083 – Der herzliche Schulleiter und Landtagsabgeordnete – John Zimmermann
John Zimmermann – Ein Weltbürger mit Herz, Haltung und Leidenschaft
Manche Menschen hinterlassen Spuren, lange bevor sie ein Amt bekleiden oder Verantwortung übernehmen. Sie tun dies durch ihre Art, anderen zu begegnen. Durch ihre Menschlichkeit. Durch ihre Haltung. Einer dieser Menschen ist John Zimmermann.
Wer ihm begegnet, spürt rasch seine Offenheit, seine Herzlichkeit und seine aufrichtige Wertschätzung für andere Menschen. Er hört zu, interessiert sich für sein Gegenüber und begegnet Menschen unabhängig von Herkunft, Alter oder Lebensweg mit Respekt. Vielleicht ist es genau diese besondere Mischung aus Weltoffenheit, Lebenserfahrung und Menschlichkeit, die ihn zu einer der bemerkenswertesten Persönlichkeiten Liechtensteins macht.

Vom Baby in Kabul zum Liechtensteiner Landtagsabgeordneten
Die Lebensgeschichte von John Zimmermann liest sich beinahe wie ein Roman.
Geboren wurde er im Mai 1961 in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans. Damals war das Land noch ein Königreich, geprägt von kultureller Vielfalt, beeindruckenden Landschaften und einer weltoffenen Atmosphäre. Bereits wenige Monate nach seiner Geburt führte ihn sein Lebensweg nach Europa.
Deutschland, die Schweiz und später Liechtenstein wurden zu Stationen eines Lebens, das von Bewegung, Begegnungen und neuen Erfahrungen geprägt war. Kein Wunder bezeichnet sich John Zimmermann bis heute nicht in erster Linie über eine Nationalität. Er versteht sich als Europäer, als Weltbürger.
Seine familiären Wurzeln reichen nach Afghanistan, Deutschland und in die Schweiz. Sein Großvater gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Mitgründern der CDU in Deutschland und war Mitglied des ersten Deutschen Bundestages. Sein Vater war hoher Beamter im afghanischen Innenministerium und setzte sich Zeit seines Lebens für demokratische Werte ein.
Die politischen Umbrüche in Afghanistan und die sowjetische Invasion veränderten das Leben der Familie grundlegend. Sein Vater musste fliehen und lebte später im Exil in Kanada. Die Erfahrungen von Trennung, Verlust und Unsicherheit prägten John Zimmermann nachhaltig. Sie machten ihn sensibel für die Bedürfnisse anderer Menschen und stärkten seine Überzeugung, dass Demokratie, Menschlichkeit und Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeiten sind.
Pädagoge aus Überzeugung
Seine eigentliche Berufung fand John Zimmermann im Bildungswesen.
Nach seiner Ausbildung zum Lehrer begann eine beeindruckende pädagogische Laufbahn, die ihn an zahlreiche Schulen und in verschiedene Kantone der Schweiz führte. Ob Uznach, das Toggenburg, Graubünden, Wollerau oder Landquart – jede Station brachte neue Erfahrungen und neue Begegnungen.
Vor über 25 Jahren führte ihn sein Weg schließlich nach Liechtenstein. Hier wirkte er zunächst als Lehrer, später als Schulleiter und wurde zu einer prägenden Persönlichkeit der Bildungslandschaft.
Besonders am Herzen liegt ihm die Arbeit mit Jugendlichen. Für ihn besteht guter Unterricht nicht in modernen Geräten, Apps oder Methoden allein. Der Schlüssel liegt in der Beziehung zwischen Lehrperson und Schülern.
Seine pädagogische Grundhaltung lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: zuhören, verstehen, begleiten und ermutigen.
Mit großer Überzeugung betont er, dass Bildung immer Beziehungsarbeit ist. Wer junge Menschen ernst nimmt, ihnen Vertrauen schenkt und sie auf ihrem Weg unterstützt, kann viel bewirken. Diese Haltung hat Generationen von Schülerinnen und Schülern geprägt.
Schulleiter mit Visionen und Herzblut
Der Wunsch, Schulen aktiv mitzugestalten, führte ihn schließlich zum Studium des Schulmanagements an der Universität Kaiserslautern. Nach erfolgreichem Abschluss übernahm er verschiedene Führungsaufgaben, bevor er Schulleiter der Oberschule Eschen wurde.
Dort wirkte er über viele Jahre mit großer Leidenschaft und außergewöhnlichem Engagement.
Kollegen, Eltern und Schüler schätzen an ihm nicht nur seine Fachkompetenz, sondern vor allem seine menschliche Art. Er führt nicht über Hierarchien, sondern über Vertrauen. Nicht über Distanz, sondern durch Nähe und Wertschätzung.
Auch kurz vor seiner Pensionierung ist seine Begeisterung für Bildung ungebrochen.
Politik als Dienst an der Gemeinschaft
Dass sich John Zimmermann auch politisch engagiert, überrascht kaum.
Geprägt durch sein familiäres Umfeld und inspiriert von herausragenden Lehrern entwickelte er früh ein großes Interesse für Geschichte, Demokratie und gesellschaftliche Zusammenhänge.
Nach seiner Einbürgerung in Liechtenstein trat er der Vaterländischen Union bei und übernahm dort verschiedene Funktionen. Sein Engagement führte ihn schließlich in den Liechtensteiner Landtag.
Dort setzt er sich insbesondere für Bildung, soziale Themen und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Seine politische Arbeit ist geprägt von Dialogbereitschaft, Respekt und dem Wunsch, Brücken zu bauen.
Für ihn stehen nicht ideologische Gräben im Mittelpunkt, sondern gemeinsame Lösungen.
Sportler mit Durchhaltewillen
Auch sportlich hat John Zimmermann beeindruckende Herausforderungen gemeistert.
Nach einem schweren Unfall in jungen Jahren, bei dem er sich zwei Halswirbel verletzte und zeitweise sogar gelähmt war, kämpfte er sich mit bemerkenswerter Willenskraft zurück ins Leben.
Sport wurde zu einem wichtigen Begleiter. Besonders das Curling hat es ihm angetan. Mit Leidenschaft, Ausdauer und Ehrgeiz widmet er sich dieser Sportart seit vielen Jahren und feierte dabei zahlreiche Erfolge.
Seine Geschichte zeigt eindrücklich, dass Rückschläge nicht das Ende bedeuten müssen, sondern oft der Beginn neuer Wege sind.
Menschlichkeit als Lebensprinzip
Was John Zimmermann besonders auszeichnet, sind weder seine Ämter noch seine Erfolge.
Es ist seine Haltung zum Leben.
Die Erfahrungen seiner bewegten Familiengeschichte haben ihn gelehrt, wie wichtig menschliche Nähe, Verständnis und gegenseitiger Respekt sind. Deshalb appelliert er immer wieder, Menschen zuzuhören, sie ernst zu nehmen und ihnen mit Offenheit zu begegnen.
Seine Lebensphilosophie ist einfach und zugleich tiefgründig: Aus Begegnungen entsteht Vertrauen, aus Vertrauen entsteht Gemeinschaft.
Wer mit John Zimmermann spricht, spürt schnell, dass diese Überzeugung nicht nur Worte sind, sondern gelebte Wirklichkeit.
So bleibt am Ende das Bild eines außergewöhnlichen Menschen: eines Pädagogen, Politikers, Sportlers und Weltbürgers, der nie vergessen hat, dass das Wichtigste im Leben der Mensch selbst ist.
Factbox: John Zimmermann
Geboren: Mai 1961 in Kabul (Afghanistan)
Nationalität: Liechtensteinisch, mit familiären Wurzeln in Afghanistan, Deutschland und der Schweiz
Familienstand: Vater von zwei erwachsenen Töchtern
Beruf: Pädagoge und Schulleiter
Ausbildung:
- Lehrerseminar Schiers
- Pädagogische Ausbildung in St. Gallen
- Master of Arts in Schulmanagement, Universität Kaiserslautern
Berufliche Stationen:
- Lehrer in Uznach
- Lehrer im Obertoggenburg
- Lehrer in Graubünden
- Lehrer in Wollerau
- Lehrer und Hausvorstand in Landquart
- Lehrer an der Oberschule Triesen
- Berufsschullehrer in Buchs und Chur
- Gesamtschulleiter in Zizers
- Lehrer am Freiwilligen 10. Schuljahr
- Schulleiter der Oberschule Eschen
Politik:
- Vizepräsident der Vaterländischen Union
- Abgeordneter im Liechtensteiner Landtag
Leidenschaften:
- Bildung
- Geschichte
- Politik
- Curling
- Kraftsport
Lebensmotto:
„Menschen ernst nehmen, ihnen zuhören und gemeinsam Lösungen finden.“